City Pastoral München

In der Debatte über die Zukunft der kirchlichen Präsenz in den Städten taucht häufig das Wort „City-Pastoral“ auf als Schlüsselbegriff und Vision eines neuen Ansatzes in der Kirchenarbeit. Niemand weiss, was das ist, aber dieses Schalgwort ist ein Indikator für die Erfahrung, dass die heutigen Menschen sich nicht mehr allein in den bekannten Strukturen der Territorialpfarrei erfassen lassen.
City setzt voraus, dass es einen Mobilitätsgrad an Menschen und Waren an einem Ort gibt, der auch durch markante Bauten religiöser Art bestimmt wird. Vielleicht einer Kirche, die schon traditionell eine „ Marktkirche“ war.
Es gehört nicht nur der Gottesdienst dazu, sondern dieses“ Hereinstolpern“ zwischen Büro und Kaufhaus, um Stille zu haben, zu beten oder eine Kerze anzuzünden.
Für die City-Seelsorge braucht es die mobile Mittelklasse, die man als „Professionals“ bezeichnet. Sie sind urban, nicht mehr an ihr Viertel gebunden. In der Regel sind es Akademiker, die nicht mehr den traditionellen Bezug haben, sondern sich als postmoderne
„ Identität“ verstehen. Eben Menschen, die wählen wollen und auch können. Das kann durchaus volksfrömmig sein, aber eben mobil und nicht ans Territorium gebunden, aber auch nicht an einen Pfarrer als Bezugsperson. Deshalb sind der Raum und die Musik als Stilbildungen wichtig. Hier haben die Gottesdienste oder zumindest zwei diesen Wiedererkennungsfaktor in einer bestimmten musikalischen Prägung.

St. Michael in München erfüllt wegen seiner Lage mitten in der Fußgängerzone diese Grundbedingungen von Stadterfahrung. St. Michael geht mit dieser City Pastoral auch neue Wege. Es gibt keineswegs ein fertiges Konzept, sondern es hat experimentellen Charakter.
Und gerade solche innovativen Ideen unterstützt die Stiftung mit Freuden.